Wandern auf Fuerteventura: die schönsten Wege der Vulkaninsel
Wandern auf Fuerteventura zeigt eine vulkanische, karge Seite der Insel, ganz anders als die Strände, für die sie bekannt ist. Erloschene Krater, tief eingeschnittene Schluchten und vom Passat umtoste Gipfel: Hier sind die Wege, die man nicht verpassen sollte, vom zugänglichsten bis zum anspruchsvollsten.
Das Wichtigste in Kürze
- Calderón Hondo für eine leichte Familienwanderung, der Pico de la Zarza für erfahrene Wanderer auf der Suche nach dem höchsten Gipfel der Insel, und Vega de Río Palmas für eine kulturhistorische Wanderung durch eine Schlucht.


Die schönsten Wanderwege auf Fuerteventura
Die Insel zählt rund ein Dutzend offiziell markierte Wege (Netz SL für kurze Wanderungen, PR für mittellange), hauptsächlich konzentriert auf drei Gebiete: den vulkanischen Norden nahe Lajares, das historische Zentrum um Betancuria und die Halbinsel Jandía im Süden.
Calderón Hondo: die leichte Wanderung nahe Lajares
Die Wanderung zum Calderón Hondo nahe Lajares bleibt die zugänglichste Art, diese vulkanische Landschaft mit der Familie zu entdecken. Dieser über 50.000 Jahre alte erloschene Krater ist über eine gut markierte Rundschleife von etwa 2,5 km ab dem Parkplatz erreichbar, Gesamtdauer etwa 1:15 Stunden. Der Weg führt bis zum Kraterrand, mit freiem Blick auf die Umgebung von Lajares und den Norden der Insel.

Pico de la Zarza: der Aufstieg zum höchsten Gipfel der Insel
Auf der Halbinsel Jandía belohnt der Aufstieg zum höchsten Gipfel der Insel die erfahrensten Wanderer mit einem grandiosen Blick auf Cofete. Rechnen Sie mit etwa 5 Stunden Gehzeit, bei rund 640 m Aufstieg und 890 m Abstieg, je nach gewählter Route. Diese anspruchsvolle Tour eignet sich für an Höhenunterschiede und Hitze gewöhnte Wanderer. Der Start erfolgt meist von der Degollada de Agua Oliva aus, mit einem technischeren Schlussabschnitt auf windigem Grat.
Eine alternative, kürzere, aber ebenso anspruchsvolle Route startet an der Küste nahe Cofete und steigt direkt zum Gipfel auf: Sie verkürzt die Gesamtstrecke, konzentriert den Höhenunterschied aber auf ein steileres Gefälle — nur für erfahrene, gut ausgerüstete Wanderer geeignet.
Vega de Río Palmas und der Arco de las Peñitas: die kulturhistorische Wanderung
Der markierte Weg SL FV 6, ab Vega de Río Palmas, durchquert eine tief eingeschnittene Schlucht bis zum Arco de las Peñitas, vorbei an der Ermita de la Peña. Es ist eine lineare Wanderung, eher stimmungsvoll als sportlich, die eine für die Insel ungewöhnliche Vegetation durchquert und am Barranco de Malpaso entlangführt. Rechnen Sie mit etwa 2,5 bis 3 Stunden hin und zurück, ohne besondere technische Schwierigkeit.
Wandern rund um Betancuria
Die ehemalige Hauptstadt der Insel und ihre Umgebung, insbesondere der Aussichtspunkt Morro Velosa (ein Werk des Künstlers César Manrique), bieten mehrere kurze Rundwege in kargen Berglandschaften. Diese Routen verbinden oft architektonisches Erbe (die Kirche Santa María, die Gassen des Dorfes) mit Panoramablicken auf das zentrale Bergmassiv der Insel.
Vom Aussichtspunkt Morro Velosa führt ein kurzer angelegter Weg zu einem zweiten, weniger besuchten Aussichtspunkt auf den Höhen über dem Tal von Betancuria. Rechnen Sie mit etwa dreißig Minuten hin und zurück, ohne Schwierigkeit — ein leichter Zusatz zum Dorfbesuch.
Wandern mit Kindern: welche Wege eignen sich?
Nicht alle Wanderwege Fuerteventuras eignen sich gleichermaßen für kleine Kinder. Calderón Hondo bleibt der beste Kompromiss: kurz, markiert, ohne nennenswerten Höhenunterschied und mit einem klaren visuellen Ziel (dem Krater), das jüngere Wanderer motiviert. Auch die kurzen Rundwege um Betancuria eignen sich, sofern man die kürzesten Strecken wählt und Pausen im Schatten einplant, der auf der Insel rar ist.
Umgekehrt sind der Pico de la Zarza und mehrstündige Wanderungen in praller Sonne Kindern vorbehalten, die bereits ans Wandern gewöhnt sind, mit besonderem Augenmerk auf ausreichendes Trinken.
Ausrüstung und Vorbereitung
Praktische Tipps: Wasser, Hitze und Markierung
Das trockene Klima Fuerteventuras erfordert einige Vorsichtsmaßnahmen, selbst auf den kürzesten Strecken.
Geführte Wanderungen oder auf eigene Faust?
Mehrere lokale Anbieter bieten betreute Touren an, insbesondere Richtung Betancuria und Jandía, mit einem Guide, der die vulkanische Geologie und Geschichte der Insel erklärt. Diese Option eignet sich besonders für Wanderer, die weniger an eigenständige Navigation gewöhnt sind.
Auf eigene Faust sind die Hauptwege (Calderón Hondo, Vega de Río Palmas) ausreichend markiert, um ohne Guide auszukommen, sofern vorab eine GPS-Route heruntergeladen wurde. Der Pico de la Zarza hingegen erfordert mehr Erfahrung im Wandern auf trockenem Gelände.
Wandern, Fauna und Flora: was man auf den Wegen beobachtet
Die vulkanische Landschaft Fuerteventuras beherbergt eine an die Trockenheit angepasste Flora: Tabaibas, Wolfsmilchgewächse und, in feuchteren Zonen wie dem Barranco de Las Peñitas, einige endemische Palmen. Bei der Fauna begegnet man auf sonnigen Wegen nicht selten kleinen, für die Kanaren endemischen Eidechsen sowie mehreren Greifvögeln, darunter dem Mäusebussard, der regelmäßig über den Graten des Jandía-Massivs kreist. Halbwilde Ziegen und Esel sind ebenfalls häufig auf den Wegen des Inselinneren anzutreffen, ebenso wie Berberaffenhörnchen, die in den 1960er-Jahren auf der Insel eingeführt wurden und heute weit verbreitet sind.




Berberaffenhörnchen: eine fast garantierte Begegnung
Auf den meisten Wegen im Inselinneren ist es nicht ungewöhnlich, bei einer einzigen Wanderung ein Dutzend Berberaffenhörnchen zu sehen: eingenistet in Trockenmauern, an einer Felswand hängend oder auf einem Stein am Wegrand postiert, sind sie zu einer der häufigsten Tierbegegnungen der Insel geworden, weit mehr als Ziegen oder wilde Esel.
Diese kleinen gestreiften Nagetiere, 1965 auf der Insel eingeführt, haben sich so gut an das vulkanische Gelände angepasst, dass sie heute in fast allen Wandergebieten anzutreffen sind, vom Barranco de los Molinos bis zu den Wegen um Betancuria. Wenig scheu, lassen sie sich aus wenigen Metern Entfernung beobachten, was sie zu einer echten Attraktion für wandernde Familien macht — man sollte sie jedoch nicht füttern, um ihre Vermehrung nicht weiter zu begünstigen.



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Häufige Fragen
Was ist die leichteste Wanderung auf Fuerteventura?
Calderón Hondo nahe Lajares: eine Rundschleife von etwa 2,5 km und 1:15 Stunden, für Familien geeignet.
Was ist der höchste Punkt Fuerteventuras?
Der Pico de la Zarza, auf der Halbinsel Jandía, mit Blick auf den Strand von Cofete.
Braucht man Wasser zum Wandern auf Fuerteventura?
Ja, unbedingt: Das trockene Klima und die Sonnenexposition machen ausreichendes Trinken selbst auf kurzen Strecken unverzichtbar.
Gibt es geführte Wanderungen auf Fuerteventura?
Ja, mehrere lokale Anbieter bieten betreute Touren an, insbesondere Richtung Betancuria und Jandía.
Was ist die beste Jahreszeit zum Wandern auf Fuerteventura?
Herbst, Winter und Frühling, um die große Sommerhitze zu vermeiden.
Kann man Richtung Cofete wandern?
Ja, der Aufstieg zum Pico de la Zarza bietet einen Blick hinab auf den Strand von Cofete, auch mit dem Auto erreichbar (4x4 empfohlen).