Las Grietas Lanzarote: der Mini-Canyon im Inselinneren
Zwischen Tías und San Bartolomé, an den Hängen der Montaña Blanca, zieht sich Las Grietas Lanzarote als Netz schmaler Spalten durch das Vulkangestein – nur rund zehn Autominuten von Puerto del Carmen entfernt. Klassische Reiseführer haben den Ort jahrzehntelang übergangen; heute gehört das kostenlose Gelände ohne Kasse und ohne Ticket zu den meistgesuchten Fotostopps im Inselinneren. Wir haben es in unsere Übersicht Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote aufgenommen, weil hier in weniger als einer Stunde leichter Wanderung ein echter Gegenentwurf zu den großen Klassikern entsteht: kein Museum, keine Kunst am Bau, sondern ockerfarben und grau gestreifte Wände, durch die man sich seitwärts hindurchschiebt.
▸ Das Wichtigste in Kürze
- Lage: an der Landstraße LZ-35 zwischen Tías und San Bartolomé, an den Hängen des Vulkans Montaña Blanca auf rund 600 m Höhe, im Zentrum Lanzarotes.
- Preis: komplett kostenlos, kein Ticket, keine Reservierung.
- Dauer: 30 Minuten bis 1 Stunde vor Ort, mit Fotografieren entsprechend länger.
- Anfahrt: kostenloser Parkstreifen direkt an der Straße, danach ein Tunnel unter der LZ-35 und ein kurzer, leicht ansteigender Weg.
- Mitnehmen: feste geschlossene Schuhe, Wasser, Sonnenschutz – auf dem Gelände gibt es keinen Schatten.
▸ Unser Besuch von Las Grietas, ganz real (Juli 2025)
- Wir haben Las Grietas als Familie am 14. Juli 2025 besucht, unsere Kinder inklusive: Die Erkundung der Hauptspalte verlief völlig problemlos, trotz drückender Hochsommerhitze.
- Unsere Lektion vor Ort: kurze Hose und Trägershirt sind in den engsten Passagen keine gute Wahl – ein paar Schrammen an den Armen vom Streifen der Felswand haben uns überzeugt, dass ein Shirt mit etwas längeren Ärmeln und eine leichte lange Hose die klügere Wahl gewesen wären.
Wo liegen Las Grietas auf der Karte von Lanzarote?
Der Ort liegt mitten auf der Insel, an den Flanken des Vulkans Montaña Blanca auf etwa 600 Metern Höhe, direkt an der LZ-35, die Tías mit San Bartolomé verbindet. Diese zentrale Lage erklärt einen großen Teil des Reizes: Von fast allen Badeorten ist die Anfahrt kurz, und bei klarer Sicht öffnet sich aus der Höhe ein weiter Blick über die Südküste und Puerto del Carmen.
Konkret rechnest du ab Puerto del Carmen mit rund zehn Autominuten, vom Flughafen Arrecife aus mit kaum mehr. Damit eignet sich der Stopp hervorragend für den Anreise- oder Abreisetag, wenn vor der Rückgabe des Mietwagens noch ein paar Stunden übrig sind. Von Costa Teguise oder Playa Blanca aus fügt sich der Halt gut in einen Tag im Inselinneren ein, wenn man ohnehin die Landstraßen statt der Küstenroute fährt.

Wie kommt man nach Las Grietas Lanzarote – und wo parkt man?
Die Anfahrt nach Las Grietas Lanzarote von Puerto del Carmen braucht weder Shuttle noch gebuchte Ausflugstour: Der Mietwagen ist mit Abstand die einfachste Lösung, denn keine Buslinie hält direkt an diesem Abschnitt der LZ-35. Vor Ort zieht sich ein kostenloser Parkstreifen an der Straße entlang. Er ist nicht offiziell markiert und besteht schlicht aus einem breiten Streifen Erde und vulkanischem Schotter, bietet aber in der Regel genug Platz – auch mitten am Tag.
Wichtig für Familien: Eine Unterführung führt inzwischen sicher unter der LZ-35 hindurch zum Gelände. Früher musste man die Fahrbahn zu Fuß überqueren, das ist heute nicht mehr nötig. Hinter dem Tunnel bringt dich ein kurzer, leicht ansteigender Weg über Schotter und vulkanischen Sand zum Einstieg in die Spalten, die schon vom Parkplatz aus zu erkennen sind. Die gesamte Strecke ist in wenigen Gehminuten geschafft und technisch anspruchslos.

Wie sehen die Vulkanspalten vor Ort aus?
Der Name verrät alles: „las grietas“ heißt auf Spanisch schlicht „die Spalten“ oder „die Risse“. Gemeint sind mehrere sehr enge Schluchten, im Englischen als Slot Canyons bezeichnet, die in das Vulkangestein des Berges eingeschnitten sind. Die Hauptspalte ist die eindrucksvollste: Sie lässt sich auf rund zwanzig Metern durchqueren, zwischen Wänden, die stellenweise so eng zusammenrücken, dass man sich seitlich und mit vorgestrecktem Arm hindurchschieben muss.
Am stärksten wirken die Schichten. In den Wänden lassen sich aufeinanderfolgende Lagen aus Lava und Sedimenten ablesen, über Jahrtausende angesammelt, in einer Palette aus Ocker, Grau und Beige, die im flach einfallenden Licht regelrecht zu leuchten beginnt. Zur Entstehung kursieren in der verfügbaren Dokumentation zwei Erklärungen. Nach der ersten handelt es sich um Abkühlungsrisse, entstanden als die Lava beim Kontakt mit andersartigem Untergrundgestein schrumpfte. Nach der zweiten sind sie das Ergebnis fortschreitender Erosion durch Wasser, das über Jahrhunderte den Hang hinabfloss. Beide Thesen stehen nebeneinander, und niemand zwingt den Besucher, sich zu entscheiden.
Eine Besonderheit gehört ehrlich dazu: Anders als bei Timanfaya oder den von César Manrique gestalteten Orten ist hier keinerlei menschliche oder kulturelle Geschichte dokumentiert. Keine alte Legende, keine bekannte landwirtschaftliche Nutzung, keine überlieferte Erzählung. Diese schmalen, in die Lava geschnittenen Schluchten verdanken dem Menschen buchstäblich nichts; ihr Reiz ist rein geologisch und natürlich. Jahrzehntelang blieben sie ein Geheimtipp und wurden erst in den vergangenen Jahren durch die sozialen Netzwerke bekannt. Genau das macht ihren rohen Charme aus – am besten ergänzend zu den großen Klassikern der Insel Lanzarote eingeplant.

Eintritt, Besuchsdauer und Zugänglichkeit
Die Preisfrage ist schnell geklärt: Der Besuch ist vollständig kostenlos. Kein Ticket, keine Reservierung, keine Öffnungszeiten. Das Gelände ist frei zugänglich und damit einer der günstigsten Programmpunkte der Insel – das genaue Gegenteil der getakteten, kostenpflichtigen Führungen in den großen Parks. Diese Freiheit hat eine Kehrseite: Es gibt weder Empfang noch Infotafeln, weder Toiletten noch einen Kiosk. Was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit.
Für die Hauptspalte und die benachbarten Risse solltest du 30 Minuten bis eine Stunde einplanen, mehr, wenn du in Ruhe fotografierst oder wartest, bis der Durchgang vor dir frei wird. Der Zugang ist unkompliziert, der Weg steigt nur leicht an, und der Ausflug funktioniert gut mit Kindern – vorausgesetzt, man bleibt aufmerksam: Der Boden im Inneren der Spalten ist uneben, und im Bereich der Straße gehören die Kleinen bis zum Tunnel an die Hand.
Sicherheitstipps, bevor du dich hindurchzwängst
Feste, geschlossene Schuhe sind Pflicht. Der vulkanische Schotter ist scharfkantig, ruiniert dünne Sohlen und schließt Sandalen von vornherein aus; stellenweise kann der Untergrund zudem rutschig sein, vor allem in den ansteigenden Passagen. Nimm außerdem Wasser und Sonnenschutz mit: Das Gelände liegt völlig ungeschützt, außerhalb der Spalten selbst gibt es keinen Meter Schatten.
Ein Punkt gehört deutlich gesagt, weil ihn kaum eine Online-Beschreibung erwähnt: In den engsten Passagen hat das Vulkangestein scharfe Kanten. Es genügt, beim Durchschieben eine Wand zu streifen, um Schrammen an Armen, Beinen oder Händen mitzunehmen. Nichts Ernstes, aber gut zu wissen – vor allem in kurzer Hose und Trägershirt. Ein Shirt mit etwas längeren Ärmeln und eine leichte lange Hose ersparen dir viele Kratzer und lassen die Hände frei zum Abstützen.
Fotografieren: Wann ist das beste Licht?
Bekannt wurde der Ort vor allem über die Fotografie. Manche Besucher sehen darin eine Miniaturausgabe des Antelope Canyon in Arizona – ein Vergleich, der bei den Dimensionen Nachsicht verlangt, im Kern aber trägt: Das Lichtspiel auf den farbigen Schichten, die Silhouetten zwischen den Wänden und die Durchblicke auf das Meer und Puerto del Carmen, die einzelne Öffnungen freigeben, ergeben sehr wiedererkennbare Bilder.
Fürs Licht zielst du am besten auf den späten Vormittag oder den mittleren Nachmittag. Zur Mittagszeit steht die Sonne senkrecht, die Kontraste werden auf der Südseite zu hart, und die Schatten schlucken die Details der Gesteinsschichten. In den Randstunden fällt das Licht schräg in die Spalten und modelliert die Schichtung deutlich plastischer. Diese Zeitfenster haben einen zweiten Vorteil: Sie sind oft ruhiger als die Mittagsstunden, wenn sich die Rundfahrten mit dem Mietwagen alle im Inselzentrum bündeln.
Unterm Strich fügt sich dieser kurze und kostenlose Stopp perfekt in einen Fahrtag durchs Inselinnere ein, zwischen zwei längeren Besichtigungen. Für die Planung des restlichen Urlaubs auf den Kanaren, Insel für Insel, beginnst du am besten bei unserem Reiseführer.
Häufige Fragen
Wie kommt man zu Las Grietas auf Lanzarote?
Mit dem Auto über die LZ-35 zwischen Tías und San Bartolomé, an den Hängen der Montaña Blanca. Ab Puerto del Carmen sind es rund 10 Minuten, vom Flughafen Arrecife etwas mehr. Keine Buslinie hält direkt am Gelände, der Mietwagen ist daher die praktischste Lösung. Vor Ort liegt ein kostenloser Parkstreifen an der Straße, danach führt ein Tunnel sicher unter der LZ-35 hindurch, gefolgt von einem kurzen, leicht ansteigenden Weg.
Ist der Eintritt bei Las Grietas kostenlos?
Ja, der Besuch ist vollständig kostenlos. Es gibt keine Kasse, keine Reservierung und keine Öffnungszeiten – das Gelände ist frei zugänglich. Im Gegenzug fehlt jede Infrastruktur: kein Empfang, keine Infotafeln, keine Toiletten, keine Wasserstelle.
Wie lange dauert der Besuch?
30 Minuten bis eine Stunde reichen, um die rund zwanzig Meter lange Hauptspalte zu durchqueren und die benachbarten Risse zu erkunden. Plane mehr Zeit ein, wenn du fotografieren willst oder warten musst, bis die engen Passagen frei werden.
Braucht man festes Schuhwerk für Las Grietas?
Feste, geschlossene Schuhe sind unverzichtbar. Der vulkanische Schotter ist scharfkantig und der Boden stellenweise rutschig – Sandalen und dünne Sohlen scheiden aus. Dazu gehören Wasser und Sonnenschutz ins Gepäck, denn das Gelände liegt völlig ungeschützt und ohne Schatten.
Kann man Las Grietas mit Kindern besuchen?
Ja, der Zugang ist einfach und der Weg steigt nur leicht an, der Ausflug eignet sich gut für Familien. Mit kleinen Kindern solltest du trotzdem aufmerksam bleiben: Im Straßenbereich unbedingt den Tunnel nutzen und die Hand halten, und im Inneren der Spalten ist der Boden uneben.
Wie sind diese Vulkanspalten entstanden?
In der verfügbaren Dokumentation kursieren zwei Erklärungen. Nach der ersten handelt es sich um Abkühlungsrisse, die entstanden, als die Lava beim Kontakt mit andersartigem Untergrundgestein schrumpfte. Nach der zweiten sind sie das Ergebnis fortschreitender Erosion durch Wasser, das im Lauf der Zeit den Hang hinabfloss. In den Wänden lassen sich jedenfalls über Jahrtausende angesammelte Schichten aus Lava und Sedimenten ablesen.
Gibt es zu dem Ort eine Geschichte oder Legende?
Nein, und das gehört ehrlich gesagt: Anders als bei Timanfaya oder den Orten von César Manrique ist hier keine menschliche oder kulturelle Geschichte dokumentiert. Der Name bedeutet auf Spanisch schlicht „die Spalten“. Es ist eine rein geologische Kuriosität, die bis zu ihrer Popularisierung durch die sozialen Netzwerke in den letzten Jahren ein Geheimtipp blieb.