Der Nationalpark Timanfaya: Besuch und vulkanische Landschaften

Wenn man sich nur eine Sehenswürdigkeit der Insel merken sollte, dann diese: der Nationalpark Timanfaya ist die spektakulärste Besichtigung Lanzarotes. Lavafelder, so weit das Auge reicht, ockerfarbene und rote Krater, vulkanische Hitze, die noch unter der Oberfläche spürbar ist: Die Kulisse wirkt wie direkt vom Mars. Doch der Besuch unterliegt strengen Regeln, die man vorab kennen sollte. Diese Seite, eine Ergänzung zu unseren Sehenswürdigkeiten Lanzarotes, beschreibt die Entstehung des Ortes, die Ruta de los Volcanes, das Restaurant El Diablo sowie alle praktischen Hinweise für die Planung Ihres halben Tages.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Landschaft, entstanden aus den massiven Eruptionen von 1730-1736, den Montañas del Fuego.
  • Besichtigung des Parkherzens nur im offiziellen Bus (Ruta de los Volcanes, ~40 Min.).
  • Das von César Manrique entworfene Restaurant El Diablo grillt seine Gerichte mit der Hitze des Vulkans.
  • Planen Sie einen halben Tag ein, mit früher Ankunft am Morgen, um die Warteschlange zu vermeiden.

Der Nationalpark Timanfaya, entstanden aus den Vulkanausbrüchen von 1730-1736, wird ausschließlich über die Ruta de los Volcanes besichtigt, eine rund 40-minütige Rundfahrt im offiziellen Bus, ohne die Möglichkeit, sich frei im Kern des Parks zu bewegen.

Eine Landschaft, entstanden aus den Eruptionen des 18. Jahrhunderts

Die Kulisse von Timanfaya bildete sich in nur sechs Jahren. Zwischen 1730 und 1736 bedeckten massive Eruptionen etwa ein Viertel Lanzarotes mit Lava und Asche, verschlangen ganze Dörfer und schufen die Montañas del Fuego, die „Feuerberge“.

Der Bericht über die Katastrophe ist uns durch den Pfarrer von Yaiza, Andrés Lorenzo Curbelo, einen direkten Zeugen, überliefert: Sein Tagebuch beschreibt in der Nacht des 1. September 1730 „einen riesigen Berg, der aus dem Schoß der Erde emporstieg“. Eine zweite, kürzere Serie von Eruptionen folgte 1824 — die letzten in der Geschichte der Insel.

Drei Jahrhunderte später ist die vulkanische Hitze weiterhin wenige Meter unter der Oberfläche präsent: Im Besucherzentrum belegen geothermische Vorführungen dies auf eindrucksvolle Weise. Der als Nationalpark geschützte Ort zählt zu den am besten erhaltenen Vulkanlandschaften Europas.

Vor Ort ist der Eindruck schwer in Worte zu fassen: eine mineralische, fast surreale Landschaft. Bei unserem Besuch hatten wir wirklich das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein — „sieht aus wie der Mars“ lautet die genaue Notiz aus unserem Reisetagebuch.

Wie besichtigt man den Nationalpark Timanfaya: die Ruta de los Volcanes

Die Anfahrt erfolgt mit dem Auto über die Straße LZ-67 (Gegend Yaiza/Tinajo) bis zum Parkplatz des Besucherzentrums. Anschließend erfolgt die Erkundung des Parkherzens über die Ruta de los Volcanes, eine rund 40-minütige Rundfahrt im offiziellen Bus. Während der Fahrt ist ein Aussteigen nicht möglich: Diese Maßnahme schützt ein ebenso empfindliches wie spektakuläres Gelände.

Die Route schlängelt sich auf einer schmalen, in die Lava geschlagenen Straße, mit eindrucksvollen Passagen entlang der Krater und Ausblicken auf Lavafelder bis zum Horizont. Setzen Sie sich nach Möglichkeit ans Fenster: Die Fotos entstehen aus dem Bus heraus, samt Scheibe.

Unser eigener Tipp aus Erfahrung: Wecker auf 7 Uhr, um zur Öffnung dort zu sein. Wir sind früh morgens mit dem Auto zum Parkplatz gefahren und ohne Wartezeit in den Bus gestiegen — am späten Vormittag kann die Autoschlange am Eingang, besonders in der Hochsaison, sehr lang werden.

Die Ruta de los Volcanes im Fokus

  • Rund 40-minütige Panorama-Rundfahrt im offiziellen Bus, im Eintrittspreis enthalten.
  • Keine freie Wanderung und keine eigene Autofahrt im Kern des Parks.
  • Geführte Wanderungen zu Fuß gibt es auf Reservierung, in sehr begrenzter Zahl.
  • Aktuelle Bedingungen, Preise und Öffnungszeiten auf der offiziellen Website der Centros Turísticos de Lanzarote.
Panoramastraße durch die vulkanischen Landschaften des Nationalparks Timanfaya auf Lanzarote

Das Restaurant El Diablo und die geothermischen Vorführungen

Im Besucherzentrum lohnen sich die Vorführungen allein schon für den Stopp: Wasser, das in ein Bohrloch gegossen wird, schießt als Dampfgeysir empor, und ein Bündel Stroh entzündet sich allein durch den Kontakt mit der Hitze des Bodens. Der eindrucksvolle Beweis, dass der Vulkan kaum wirklich schläft.

Gleich daneben grillt das von César Manrique entworfene Restaurant El Diablo seine Gerichte mit der natürlichen Hitze des Vulkans. Ein großer, über einem geothermischen Bohrloch offener Grill dient als Küche — eine wirklich einzigartige Kuriosität, in einem runden Gebäude mit Panoramafenstern zu den Montañas del Fuego.

Wir haben dort nach der Busrundfahrt zu Mittag gegessen: Das Erlebnis lohnt sich mindestens einmal, sowohl wegen des Ortes als auch wegen des Essens. Um weitere Werke des Künstlers auf der Insel zu entdecken, geht es weiter mit den Werken von César Manrique.

Praktische Tipps für Ihren Besuch

Planen Sie insgesamt einen halben Tag ein: die Anfahrt, eine mögliche Wartezeit am Eingang, die Busrundfahrt, die geothermische Vorführung und, falls gewünscht, das Mittagessen bei El Diablo. Da der Ort im Westzentrum der Insel abgelegen liegt, bleibt ein Mietwagen auf Lanzarote der einfachste Weg dorthin.

Am südlichen Eingang des Parks bietet der Echadero de los Camellos zudem Kamelritte an den Hängen des Vulkans an, eine alte lokale Tradition — informieren Sie sich am Tag Ihres Besuchs vor Ort. Und um das vulkanische Erlebnis andernorts fortzusetzen, denken Sie an Buggy-Touren durch die vulkanischen Landschaften der Inselmitte.

  • Kommen Sie zur Öffnung (oder am späten Nachmittag), um die Wartezeit am Eingang zu begrenzen.
  • Denken Sie auch an das Licht: Früh morgens oder am späten Tag nehmen die roten und ockerfarbenen Reliefs der Montañas del Fuego eine eindrucksvolle Tiefe an, weit fotogener als in der Mittagssonne. Ein weiterer Grund, Timanfaya als ersten Programmpunkt des Tages einzuplanen, bevor Sie direkt zum nahen La Geria weiterfahren.

  • Nehmen Sie Wasser und Sonnenschutz mit: Die Umgebung ist rein mineralisch, ohne Schatten.
  • Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Öffnungszeiten und Zugangsbedingungen, da sich die Parkregeln ändern können.
  • Entdecken Sie weiter unseren Lanzarote-Reiseführer oder kehren Sie zum Kanaren-Reiseführer zurück, um die Inseln zu vergleichen.

    Häufige Fragen

    Wie besichtigt man den Nationalpark Timanfaya?

    Die Erkundung des Parkherzens erfolgt ausschließlich über die Ruta de los Volcanes, eine rund 40-minütige Panorama-Rundfahrt im offiziellen Bus, ohne die Möglichkeit, das Fahrzeug zu verlassen.

    Kann man frei mit dem Auto durch den Park fahren?

    Nein, freie Fahrt und Wanderungen sind im Kern des Nationalparks untersagt; nur der Eingang und der Parkplatz sind mit dem eigenen Fahrzeug erreichbar.

    Woher stammt die vulkanische Landschaft von Timanfaya?

    Sie ist das Ergebnis massiver Eruptionen zwischen 1730 und 1736, die etwa ein Viertel Lanzarotes mit Lava und Asche bedeckten.

    Was ist das Restaurant El Diablo?

    Ein von César Manrique entworfenes Restaurant im Park, das seine Gerichte mit der natürlichen geothermischen Hitze des Vulkans grillt.

    Wie viel Zeit sollte man für den Besuch Timanfayas einplanen?

    Rechnen Sie insgesamt mit einem halben Tag, zwischen Anfahrt, möglicher Wartezeit am Eingang in der Hochsaison, Busrundfahrt und geothermischer Vorführung.

    Muss man für den Besuch Timanfayas im Voraus buchen?

    Geführte Wanderungen zu Fuß gibt es auf Reservierung in begrenzter Zahl; für die klassische Busrundfahrt hilft eine frühe Ankunft am Morgen, die längsten Warteschlangen zu vermeiden.